Regelrettungsdienst:
Ich persönlich finde, dass der professionelle Rettungsdienst hier im Spiel mehr oder weniger vollständig dargestellt worden ist. Eventuell ließen sich noch Notarztwagen (NAW) und/oder Notfallkrankenwagen (NKTW) ergänzen, wobei beide Fahrzeuge nicht flächendeckend in ganz Deutschland zu finden sind, sondern nur noch in einigen Regionen zum Einsatz kommen. Für beide Fahrzeuge haben Spieler entsprechende und gute Konzepte vorgelegt (siehe oben), wobei ich denke, dass der NAW zurzeit leichter ins Spiel integriert werden könnte.
Erweiterter Rettungsdienst/Schnelleinsatzgruppe:
Unter den Gesichtspunkten erweiterter Rettungsdienst, Schnelleinsatzgruppen und Bereitschaften der HiOrgs eröffnet sich ein kunterbuntes Feld voller Fahrzeuge und Einsatzeinheiten, die je nach Bundesland, Hilfsorganisation und lokaler Gegebenheiten voneinander abweichen und unterschiedlichen Konzepten zugrunde liegen - der blanke Horror! Ich versuche mich trotzdem einmal an einem Konzept:
1) Gerätewagen Sanitätsdienst/Gerätewagen Rettungsdienst:
Für sogenannte ManV-Lagen (also definitionsgemäß Einsatzlagen mit mehr als 5 Verletzten) halten zahlreiche Organisationen einen GW San vor. Das Fahrzeug transportiert im wesentlichen ein schnell aufbaubares Zelt, Tragen für Verletzte und medizinisches Material. Besetzt wird der GW San i.d.R. mit einer Staffel 1/5/6.
Der GW San wäre denke ich für einen Einstieg in den Bereich Erweiterter Rettungsdienst/SEG sehr geeignet, da er neben Hilfsorganisationen bzw. Katastrophenschutzeinheiten auch durch zahlreiche Berufsfeuerwehren (entweder als Gerätewagen oder als Abrollbehälter (AB ManV, AB BHP 50 etc.)) und bei uns im Saarland sogar an regulären Rettungswachen unter dem Pseudonym "GW Rettung" vorgehalten wird. Ich könnte mir sehr gut vorstellen, das Fahrzeug analog zu dem etablierten OrgL/LNA System in Einsätze mit vielen Verletzten einzugliedern. Beispielsweise könnte der GW San hier zur Abarbeitung ab 15 bzw. 20 Verletzten notwendig werden (über die Verletztenzahl lässt sich sicherlich diskutieren).
Stationierung sollte m.M.n. an Rettungswachen und Feuerwachen mit Rettungsdienst-Erweiterung möglich sein. Eine Ausbildung "GW San" an der Rettungsdienstschule wäre gut denkbar.
Lesenswert:
Fahrzeugnorm GW San des Bundes
GW Sanität der Berufsfeuerwehr Berlin (BOS-Fahrzeuge)
Saarländischer GW Rettungsdienst (BOS-Fahrzeuge)
2) Medical Task Force:
Für sehr große Einsatzlagen in der Größenordnung einer Katastrophe sind in diesem Jahrtausend vom Bundesinnenministerium die Medizinischen Task Forces bzw. Medical Task Forces ins Leben gerufen worden. Diese Einsatzformation eignet sich denke ich insofern für das Leitstellenspiel, da sie bundesweit genormt ist und aus einer überschaubaren Anzahl von ebenfalls bundesweit genormten Fahrzeugen besteht.
Ich denke eine MTF sollte an einen eigenen Wachentyp gebunden werden. Die fahrzeugtechnische Ausstattung ließe sich denke ich näherungsweise sehr gut auf eine variable Anzahl von ELW, MTW, GW San und KTW Typ B herunterbrechen. Die Einheit sollte bei Einsätzen denke ich am besten immer geschlossen angefordert werden. Leider bin ich zu unkreativ mir mögliche Einsätze auszudenken; die Einsatzlagen wären jedoch von einem sehr großen Ausmaß und würden realistischerweise nur Spieler mit hoher Wachenzahl betreffen.
Lesenswert:
MTF Konzept des Bundesinnenministeriums
3) SEG/Bereitschaften der Hilfsorganisationen/Katastrophenschutzeinheiten
Die Struktur der SEG bzw. Katastrophenschutzeinheiten ist leider von Bundesland zu Bundesland und auch unter den Hilfsorganisationen teilweise sehr variabel. Flächendeckend gliedern sie sich aber alle in die Fachgruppen Sanitätsdienst, Betreuung/Verpflegung und Technik und Sicherheit. Diese Fachgruppen werden von einer Führungskomponente geleitet, die mindestens aus einem KdoW mit Truppstärke besteht und stellenweise die Ausmaße eines Fernmeldezugs annimmt (auch unter dem Namen IuK - Information und Kommunikation). Dabei unterscheiden sich SEG-Einheiten von Katastrophenschutzeinheiten nicht durch ihre personelle oder materielle Ausstattung, sondern lediglich in ihrer schnelleren Verfügbarkeit und i.d.R. niedrigeren Alarmierungsschwelle.
Im Blick auf das Leitstellenspiel, könnte man die SEG-Einheiten an einem eigenen Wachensystem analog zum THW in Form von Fachgruppen aufbauen. Die Fachgruppen können anders als z.B. bei der MTF durchaus getrennt voneinander in den Einsatz gebracht werden, deshalb habe ich sie hier etwas näher aufgedröselt:
3.1. SEG Sanitätsdienst
Diese Einheit besteht aus Fahrzeugen und Personal, das die Versorgung von erkrankten und verletzten Personen zur Aufgabe hat. Gerade Sanitätseinheiten unterscheiden sich personell und materiell in ihrer Zusammensetzung sehr stark. Die Einheit verfolgt zum einen das Konzept einen Behandlungsplatz am Einsatzort aufzubauen und zu betreiben. Das Material wird dabei auf GW San, Anhängern oder Arzttruppkraftwagen (veraltetes Fahrzeug) mitgeführt und ggf. durch MTW personell ergänzt (um hier nur einige Fahrzeugtypen zu benennen).
Das zweite Konzept der Einheit besteht im Abtransport der Verletzten (regional auch als eigene Teileinheit SEG Transport/SEG Rettungsdienst bezeichnet). Hierzu werden Transportfahrzeuge an den Einsatzort geführt und die Verletzten damit in Krankenhäuser verbracht. Hierzu kommen RTWs, KTWs und Notfallkrankenwagen (NKTWs) zum Einsatz. Weiterhin gibt es eher veraltete Sonderfahrzeuge wie den KTW-4 oder Arzttruppkraftwagen (ATrKW), die im Inneren 4 Tragen besitzen und damit bis zu 4 Patienten gleichzeitig transportieren können.
3.2. SEG Betreuung/Verpflegung
Diese Einheit dient der Betreuung von Personen, die im Rahmen einer Einsatzlage nicht verletzt, aber "betroffen" sind (z.B. die Familie, die durch einen Wohnhausbrand plötzlich obdachlos wird). Die Betreuungseinheiten stellen eine Unterkunft bereit (oft umfunktioniert Turnhallen, seltener Zelte), organisieren Gegenstände des täglichen Bedarfs (wie z.B. Hygieneartikel) und betreuen die Personen psychologisch. Weiterhin bereitet die Einheit in mobilen Feldküchen Mahlzeiten zu und gibt sie an Einsatzkräfte und Betroffene aus.
In einigen Regionen sind die beiden Bereiche Verpflegung und Soziale Betreuung/Unterkunft voneinander getrennt. Am häufigsten kommen die Einheiten bei langwierigen Brandeinsätzen zum Einsatz um die eingesetzten Helfer mit Getränken und Essen zu versorgen. Fahrzeugtechnisch bestehen die Einheiten i.d.R. aus einem MTW und einem Gerätewagen Betreuung bzw. LKW Betreuung sowie einer Feldküche in Form eines Anhängers.
3.3 SEG Technik und Sicherheit
Diese Einheit dient im wesentlichen der Etablierung einer Infrastruktur am Einsatzort. Sie stellt für die anderen Fachgruppen Strom, Wärme und Beleuchtung bereit. Leider variiert auch hier die personelle und materielle Ausstattung relativ stark. Fahrzeugtechnisch kommen wieder Gerätewägen und/oder MTWs (evtl. mit Anhänger) zum Einsatz.
3.4. Führungskomponente / SEG Information und Kommunikation
Auch hier variieren Zusammensetzung und Ausstattung leider sehr stark. Diese Einheit dient der Führung der Fachgruppen und als Schnittstelle zwischen SEG Einheiten und Gesamteinsatzleitung. Die Führungskräfte (Zug- oder Verbandsführer) kommen mit einem KdoW oder einem ELW1 zum Einsatzort. In manchen Regionen ist die Führungskomponente zu einer SEG IuK (Information und Kommunikation) aufgestockt. Der materielle Ausstattung ist dann meist auf dem Niveau eines Fernmeldezuges oder etwas darunter.
Wenn ich hier einige Einheiten ausgelassen habe, wie z.B. die Rettungshunde oder die PSNV sei es mir bitte verziehen 
Die SEGn sollten an einem eigenen Wachentyp stationiert werden. Die einzelnen Fachgruppen könnte man denke ich am besten analog zum THW Konzept umsetzen; dabei müsstest du allerdings eine Art Normung vornehmen welche Fahrzeuge in welcher Anzahl in die Einheit gehören. Alternativ könnten die Fahrzeuge wie bei einer Feuerwache zum Kauf zur Verfügung stehen und nach Wunsch des Spielers zusammengesetzt werden. Die Ausbildungen würde ich a.e. an die Fachgruppe binden und an Rettungsdienst- und Feuerwehrschulen anbieten: Sanitätsdienst (RD-Schule), Betreuungs-/Verpflegungsdienst (RD-Schule), Technik und Sicherheit (RD- oder FW-Schule), Führungsdienst/Information und Kommunikation (RD- oder FW-Schule).
Sanitätseinheiten können bei Einsatzlagen mit vielen Verletzten zum Einsatz kommen. Materialfahrzeuge wie z.B. MTW + Anhänger oder GW-San könnten zur Abarbeitung analog zum OrgL/LNA benötigt werden; Transportfahrzeuge wie RTW und KTW würden am besten wie die bereits bestehenden Rettungsdienstfahrzeuge arbeiten (hier müssten auch bei "Großeinsätzen" Patienten durch KTW abgearbeitet werden können).
Betreuungseinheiten ließen sich in einem ersten Schritt sehr gut zur Verpflegung von Feuerwehrleuten bei langwierigen Einsätzen einbauen. So könnten sie z.B. fest als Fahrzeuge bei allen Einsätzen mit einer Dauer von über xx Minuten benötigt werden. Weiterhin ließen sich eigene Einsatzlagen für Betreuungseinheiten ins Spiel einbringen.
Die Führungs- und TeSi-Einheiten lassen sich am besten gemeinsam mit den beiden oben genannten Einheiten in den Einsatz bringen. Bei größeren Einsatzlagen, bei denen Sanitäts- oder Betreuungseinheiten zum Einsatz kommen werden Führung und TeSi in die Anforderung mit auf genommen.
Lesenswert:
SEG Konzept des Landes Rheinland-Pfalz (siehe v.a. Seite 8 )
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Unterm Strich würde ich dir empfehlen den GW San ins Spiel einzubringen, da er durch seine flächendeckende Verfügbarkeit viele Spieler ansprechen sollte und verhältnismäßig einfach ins Spiel einzubringen ist 